Ein Leben auf #6qm

IMG_3231Am Samstag den 23.08. haben der Flüchtlingsrat Sachsen, die Linke und die Piraten in der Dresdener Innenstadt mit einer Aktion auf die menschenunwürdigen Umstände aufmerksam gemacht unter denen Asylsuchende in Deutschland leben.

Symbolisch zeigten wir die #6qm die Menschen im Asylverfahren in Deutschland zustehen und auf denen sie teils jahrelang zusammengepfercht mit anderen in Sammelunterkünften leben.

Neben viel Interesse und Nachfragen stießen wir bei der Aktion aber auch auf Unverständnis und ganz offen geäußertem Rassismus. Auch deshalb war es mir ein dringendes Bedürfnis an die genau vor 22 Jahren stattfindenden rassistischen Pogrome in Rostock Lichtenhagen zu erinnern.

Gerade in Zeiten in denen sich weltweit über 50 Millionen Menschen auf der Flucht befinden und zwei rechtsradikale Parteien drohen in den sächsischen Landtag einzuziehen ist es sehr wichtig ein klares Zeichen für Menschlichkeit und gegen Rassismus zu setzen. Während die große Koalition die Kriminalisierung und Isolation von Menschen auf der Flucht weiter vorantreibt und die CDU eine Zusammenarbeit mit der AfD in Sachsen vorbereitet dürfen diese Probleme nicht aus Angst den Anschluss an rassistische Ressentiments zu verlieren verschwiegen werden.

Meine Rede auf der Veranstaltung findet ihr hier:

Da es mir auch ein besonderes Bedürfnis war in meinem Beitrag auch die Refugeebewegung und ihren mutigen Kampf für ihre Menschenrechte zu würdigen empfinde ich es als besonders bitter, dass heute während ich diesen Beitrag schreibe 108 der Flüchtlinge vom Oranienplatz vom Berliner Senat auf die Straße gesetzt werden und nun wieder massiv von Abschiebung bedroht sind. Das widerspricht allen zuvor getroffenen Absprachen. Auch hier zeigt sich wieder die Kälte der großen Koalition, die 1993 in Konsequenz aus den rassistischen Pogromen einen schweren Eingriff in die Verfassung vornahm und das Grundrecht auf Asyl faktisch abschaffte.

 

Ich danke den Piraten Sachsen für ihren mutigen Wahlkampf und @RiloKiley1 für die Orga in Dresden.